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Achtung Spoilergefahr!
Es ist mir wichtig, über die Bücher zu schreiben, während ich sie lese. Deswegen kann es vorkommen, dass Spoiler auch in meinen Postings enthalten sind.
Deshalb sei hiermit gesagt:
Jedem ist selber überlassen, ob er oder sie diesen Blog liest! Lesen auf eigene Gefahr.

Es sei denn, du liebst Spoiler. Dann ist diese Warnung für dich nicht von Belang. ;-)

Donnerstag, 31. August 2017

[Rezension] Umberto Eco: »Der Name der Rose«

Buchreihe: -
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2016
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-423-21079-9
Preis: geschenkt bekommen
Seiten: 688
Verlag: dtv
Gelesen von: 02.07. - 30.08.2017

Bewertung:
Italien, Anno Domini 1327.
In einem Benediktinerkloster an den Hängen des Apennin kommt es zu äußerst ungewöhnlichen Todesfällen: Ein Mönch ertrinkt im Schweineblutbottich, ein anderer springt aus dem Fenster und ein dritter liegt tot im Badehaus.
Der für seinen scharfen Verstand berühmte ehemalige Inquisitor William von Baskerville wird um Hilfe gebeten. Doch mit seinen Fragen schafft er sich in der Abtei einen ebenso unheimlichen wie mächtigen Feind...
Ein wahrlich faszinierendes, interessantes und kompliziertes Buch.
Ich hab mich stellenweise wirklich schwer getan, dieses Buch zu lesen, aber es hat sich gelohnt. Mir hat es gefallen und eines Tages werde ich es sicher noch einmal lesen, in der Hoffnung, die Dinge, die ich nicht so ganz verstanden habe, dann besser verstehen zu können.
Dieses Buch ist nicht einfach nur ein Krimi, wie man vielleicht anhand der Beschreibung und des Klappentextes zunächst vermutet. Es ist auch ein Buch voll mit religiösen, politischen Diskussionen und philosophischen Disputen. Jemand, der von dieser Materie nicht so viel Ahnung hat, so wie ich, wird sich bei dem einen oder anderen Streitgespräch in diesem Buch sicher schwer tun, mitzukommen.
Aber ich finde, genau das macht es so interessant. Denn man kann eine ganze Menge lernen, über die Denkweise der Menschen zur damaligen Zeit. Einiges war mir nicht unbekannt, einiges wusste ich so noch gar nicht und mit den geschichtlichen Hintergrunddaten konnte ich eigentlich so gar nichts anfangen.
Bei einigen Dingen habe ich gedacht: »Ohje, was für einen Schwachsinn die Menschen von damals gedacht haben.« Bei anderen wiederum war ich beeindruckt von Dingen, die damals schon bekannt waren.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten aufgrund des ungewohnten, altertümlichen und teilweise sehr verschachtelten Schreibstils, konnte ich dann doch abtauchen in die damalige Zeit.

Das Buch beginnt zunächst verwirrend. In dem ersten Text mit dem Titel »Natürlich, eine alte Handschrift« fand ich mich anfangs so gar nicht zurecht. Orientierungslos las ich diesen Text, kapierte aber erst mit der Zeit, dass dies ein Vorwort des Autors zu sein schien und nicht der Prolog zur Geschichte. Leider ist das Vorwort nicht als solches betitelt und auch anderweitig lässt sich nicht erkennen, wer da denn spricht.
So startete ich ziemlich verwirrt in die eigentliche Geschichte.
Das Buch ist unterteilt in sieben Tage. Jeder Tag ist gegliedert in die verschiedenen Abschnitte der liturgischen Stunden. Von Mette bis Komplet. In der Anmerkung auf Seite 15 ist das noch einmal genau aufgelistet und beschrieben.
Es gibt eine Übersicht der Hauptpersonen auf Seite 14.
Im Anhang auf Seite 659 gibt es eine Übersetzung der wichtigsten lateinischen Texte und auf Seite 666 findet sich ein Glossar von Fremdwörtern.
Leider haben mir die Übersetzungen und Erklärungen nicht ausgereicht und wieder einmal habe ich betrauert, dass ich bisher nie Latein lernen konnte. Einzelne Fremdwörter konnte ich recherchieren, bei den lateinischen Sätzen gab ich auf, diese korrekt übersetzt im Internet zu finden.
Was Salvatore von sich gibt, konnte ich eigentlich fast nie richtig verstehen. Manchmal ist es einen Satz später übersetzt worden. Aber das meiste Gerede von Salvatore wird nicht übersetzt und so weiß man oft nicht, was er eigentlich sagte, sondern musste das aus dem Kontext erraten.
Natürlich ärgerte mich auch hier wieder die alte deutsche Rechtschreibung.
Ja, es ist ein altes Buch, erstmals in den 80er Jahren erschienen. Aber wenn man die 5. Auflage von 2016 vorliegen hat, ärgert man sich schon, dass die Rechtschreibung nicht überarbeitet wurde.
Aber das wird wohl ein ewiges, deutsches Problem bleiben.
Lässt man die Schachtelsätze, die gerne auch mal eine Seite lang sein können, außen vor, so kann man sich noch auf den ersten 50 Seiten an den Schreibstil gewöhnen und abtauchen.
William habe ich von Anfang an gemocht. Er hat mich so ein bisschen an Sherlock Holmes erinnert und Adson an Dr. Watson. Zumindest ein bisschen. Ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war...
Den anderen Figuren, wenngleich sie auch interessant waren, blieb ich misstrauisch gegenüber. Einer von ihnen konnte schließlich der Mörder sein.

Die Geschichte ist teilweise voraussehbar und am Ende dann doch wieder nicht. Sie hält einige Überraschungen parat und die Auflösung des Falls und das Ende der Geschichte schockierten mich und lassen mich ein wenig betrübt zurück.
Was es jedoch mit der Rose auf sich hat und warum das Buch nun »Der Name der Rose« heißt, ist mir leider schleierhaft geblieben.

Mein Fazit:
Alles andere als einfach zu lesen aber dennoch faszinierend, interessant und fesselnd. Lässt die Titelfrage jedoch offen und den Leser einige Male verwirrt zurück. Will definitiv mehrmals gelesen werden.

Kommentare:

  1. Huhu,
    das Buch steht auch noch im Regal und wartet gelesen zu werden. Klingt wirklich spannend. Sollte ich dann doch bald mal in Angriff nehmen. Ich danke dir für diesen Wink mit dem Zaunpfahl. *g*

    Liebe Grüße
    Tamara

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu,

      bitte gern geschehen. Ich hoffe, es gefällt dir!

      Liebe Grüße
      Yurelia

      Löschen

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