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Achtung Spoilergefahr!
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Sonntag, 29. Januar 2017

[Rezension] Joanne K. Rowling: »Harry Potter und das verwunschene Kind«

Buchreihe: Band 8 der Reihe »Harry Potter«
Einband: Hardcover
Erscheinungsdatum: 2016
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-551-55900-5
Preis: 19,99€
Seiten: 333
Verlag: Carlsen
Gelesen von: 28.01. - 29.01.2017

Bewertung:
DIE ACHTE GESCHICHTE.
NEUNZEHN JAHRE SPÄTER...

Es war nie leicht, Harry Potter zu sein - und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden.

Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit dem er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.

»Harry Potter und das verwunschene Kind« basiert auf einer neuen Geschichte von Joanne K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne. Es erzählt die achte Harry-Potter-Geschichte und ist gleichzeitig die erste, die offiziell auf der Bühne dargestellt wird. Mit der »Special Rehearsal Edition« des Theaterskripts können Leser überall auf der Welt die neuen Abenteuer von Harry Potter, seiner Familie und seinen Freunden direkt nach der Premiere des Stücks im Londoner West End am 30. Juli 2016 selbst miterleben.

Die Theateraufführung von »Harry Potter und das verwunschene Kind« wurde von Sonia Friedman Productions, Colin Callender und Harry Potter Theatrical Productions produziert.
Kurz zusammengefasst: Harrys Sohn Albus ist unzufrieden mit seiner Gegenwart und greift zum Zeitumkehrer, um seine Gegenwart so zu verändern, dass er zufrieden ist.
Als er feststellt, dass er dadurch seine Gegenwart verändert, er aber dennoch unzufrieden ist, will er es wieder gut machen und reist erneut in die Zeit.
Klingt idiotisch, bescheuert und dumm?
Ja, ist es auch. Spätestens nach der ersten Zeitreise hätte Albus ein Licht aufgehen müssen....
Das ist die erste Harry-Potter-Geschichte, die mir so gar nicht gefallen hat und ich glaube nicht, dass das allein daran liegt, dass es sich hier um ein Skript handelt und der Fließtext fehlt.
Anfangs hatte ich zwar Probleme mit dem Stil, aber ich gewöhnte mich relativ schnell dran.
Woran ich mich nicht gewöhnen konnte, war die Idiotie dieser Geschichte. So etwas von platt, vorhersehbar, abstrus und absurd. Bah.
Ich hab ja schon erwartet, dass mir diese Geschichte weniger gefallen wird, als die anderen 7 Bände. Aber ich war dann doch geschockt, wie wenig mir "die achte Geschichte" gefallen hat. Leider.
Gerade am Anfang geht die Story wahnsinnig schnell voran und ich als Leser hatte Schwierigkeiten zu folgen. Man versteht nicht, warum sich Harrys Verhältnis zu Albus so rapide verschlechtert und die Zeitsprünge, die zwischendurch auch noch passieren, machen das Ganze nicht besser. Die eigentlichen Geschehnisse fangen erst an, als Albus in seinem vierten Hogwarts-Jahr ist. Da frage ich mich, was das Geplänkel davor sollte. Das hätte man auch komplett weglassen oder besser ausbauen können.
Was genau zwischen Rose und Albus passiert ist, kapiert der Leser auch nicht. Es wird schlicht nicht erklärt. Scorpius taucht auf und wumms können sich Albus und Rose auf einmal nicht mehr ausstehen. Hä?
Harrys Bemühungen, Zugang zu seinem Sohn zu finden, wirken extrem lächerlich. Es ist kein Wunder, dass Albus sich so fühlt, wie er sich fühlt, wenn Harry andauernd davon erzählt, wie sein entsprechendes Jahr in Hogwarts war und was er damals alles erlebt hat. Harry war nie der hellste Protagonist dieser Buchreihe, aber als so dermaßen blöde hatte ich ihn wirklich nie eingeschätzt. Das hat mich sauer gemacht. Er ist nicht der Typ, der seine Erfahrungen auf andere projiziert. Ihn das hier tun zu lassen wirkt absolut lächerlich, unlogisch und alles andere als authentisch.
Von allen Charakteren scheint nur Hermine nicht völlig out of character zu sein.
Ron wird ins absolut Lächerliche gezogen. Er wirkt auf mich komplett dämlich und dass er den Scherzartikelladen der Zwillinge übernommen hat, passt auch nicht zu ihm. (Wobei, das weiß man ja eigentlich auch nicht. Es wird nur mitgeteilt, dass Ron Besitzer eines Scherzartikelladens ist.) Er macht dauernd irgendwelche Scherze, die nicht mal lustig sind. Und was soll eigentlich dieser "Granger-Weasley"-Doppelname?? Konnte Ron sich Hermine gegenüber mal wieder nicht durchsetzen? 🙄
Auch wenn die Sprünge am Anfang sehr extrem sind und mit der Zeit nachlassen, passieren sie trotzdem quer durchs Buch immer mal wieder. Eine Szene wird beendet und es kommt die nächste und man fragt sich plötzlich: "Was zum Teufel passiert da gerade und wieso überhaupt?"
Es ist schön, dass durch die vielen Zeitreisen auch Charaktere auftauchen, die eigentlich tot sind. Oder dass Textpassagen aus den alten Bänden wieder aufgegriffen werden. Aber das Ganze wirkte auf mich nicht wie eine eigene Story, wie die achte Geschichte, als die dieses Werk beworben wurde, sondern wie grottenschlechter Fanservice.
Das Gerücht, das umgeht, wer Scorpius wirklich ist ... völlig abstrus und es wirkt an den Haaren herbeigezogen. Man hätte sich etwas anderes, weniger Beklopptes, ausdenken können, warum Scorpius so Schwierigkeiten hat.
Draco ist auch komplett anders. Sein Verhältnis zu Harry ist auf einmal fast eng, obwohl sie eigentlich nach wie vor keine Freunde sind. Es ist keine Freundschaft aber trotzdem eine Art von Vertrauensverhältnis. Klingt verquer? Ja, genau so kam es mir auch vor.
Und dann war da eine Szene mit einem ehemaligen Zaubertränkelehrer, der Ron auf einmal beim Vornamen nannte, total offen und fast zahm wirkte... Ja, nee is klar.
Einige der Dialoge in diesem Buch sind tatsächlich amüsant zu lesen. Einige. Ein Bruchteil. Der Rest wirkte auf mich so dermaßen platt, dass man ihn hätte in die Tonne kloppen können.
Einer der Charaktere spielt ein falsches Spiel und als das endlich ans Licht kommt, baut sich endlich so etwas wie Spannung auf. Aber es ist nur ein Hauch von Spannung, leider. Als die wahre Herkunft der erwähnten Person rauskommt, wollte ich schreien, weil auch das so unlogisch, abstrus, absurd und völlig bekloppt ist. Da war ich an einem Punkt angelangt, wo ich mir nur noch dachte: "WAS SOLL DER SCHEISS?!"
Die Endszene in Godric's Hollow fand ich wiederum sehr genial. Harrys Gefühle sind hier genauestens geschildert und das macht das Ganze dann wieder spannend. Aber es ist nur die eine Szene. Leider.
Schade finde ich außerdem auch, dass Albus' Geschwister gar nicht wirklich zum Zuge kommen. Lily und James tauchen nur ganz kurz auf. Dabei hätte ich die beiden auch gerne kennengelernt.
Auch Rose spielt keine großartige Rolle, hat dann aber doch mehr Screentime. Und Hugo taucht überhaupt gar nicht auf. Schade.
Abschließend kann ich sagen: Rowling hätte lieber eine vernünftige Fortsetzung schreiben oder es ganz lassen sollen. Das hier ist in meinen Augen der letzte Mist; definitiv ein Griff ins Klo.

Mein Fazit:
Abstruse, absurde, vorhersehbare und platte Geschichte - eines wahren "Harry Potters" so gar nicht würdig. Nicht empfehlenswert.

Kommentare:

  1. Hallo^^

    Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Da ich es noch nicht gelesen habe, kann ich noch nicht viel dazu sagen. Jetzt bin ich wirklich gespannt, werde es mir aber defintiv in der Bibliothek ausleihen.

    Lg,
    Kira

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    1. Heyho! =)

      Ja, das ist wirklich schade. Ich hab mit so einem "lala"-Gefühl und 3 Goldfedern gerechnet. Damit hab ich auch nicht gerechnet...
      Ich bin gespannt, wie du das Buch finden wirst. Vielleicht gefällt es dir ja. :3

      LG
      Yuri

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