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Achtung Spoilergefahr!
Es ist mir wichtig, über die Bücher zu schreiben, während ich sie lese. Deswegen kann es vorkommen, dass Spoiler auch in meinen Postings enthalten sind.
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Es sei denn, du liebst Spoiler. Dann ist diese Warnung für dich nicht von Belang. ;-)

Donnerstag, 17. November 2016

[Rezension] Robert Jordan: »Der Schatten erhebt sich«

Buchreihe: Band 4 der Reihe »Das Rad der Zeit - Das Original«
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2012
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-492-70084-9
Preis: geschenkt bekommen
Seiten: 1196
Verlag: Piper
Gelesen von: 03.10. - 16.11.2016

Bewertung:
Der einfache Bauernsohn Rand al'Thor trägt schwer an seiner Bestimmung. Er ist der legendäre »Wiedergeborene Drache«, der die Mächte des Lichts in die entscheidende Schlacht gegen den Dunklen König führen soll. Rand al'Thor sucht verzweifelt Unterstützung, doch die Häscher des Dunklen Königs verfolgen ihn unerbittlich. Horden von Trollocs ziehen mordend durchs Land, und die »Kinder des Lichts«, fanatische Ordenskrieger, haben es auf Rand al'Thor und seine Verbündeten abgesehen. Seine letzte Hoffnung ruht auf den Aiel, den Kriegern des Drachen. Doch um sie für sich zu gewinnen, muss er eine Prüfung bestehen, die tödlich für ihn enden kann ...
Ein Band, der wirklich viele Veränderungen mit sich bringt. Gute, wie auch nicht so gute.
Rand und seine Freunde stehen vor großen Herausforderungen, die sie zu bewältigen haben. Man merkt, wie viel sie alle gelernt haben und doch wissen sie noch so wenig. Sie werden langsam erwachsen und das merkt man hier in diesem Band recht gut - vor allem bei Perrin.
Aufgrund der teilweise erschreckenden Geschehnisse ist dieser Band mal wieder sehr spannend. Ich bin schnell ins Buch versunken und brauchte manchmal nur ein paar Zeilen zu lesen um völlig in Buch und Story einzutauchen.
Wieder sind einige der Dinge, die passieren, sehr vorhersehbar, was die Geschehnisse, mit denen man nicht gerechnet hat, umso erschreckender wirken lässt. Ja, teilweise war ich sogar richtig geschockt.
Das Buch selbst ist in neuer deutscher Rechtschreibung gehalten, was ich sehr schön finde, da es mich extrem irritierte, als ich einen der Vorgängerbände las und dieser in der alten Rechtschreibung gehalten war.
Aufgrund der wirklich vielen Seiten des Buches ist auch das Papier der Seiten sehr dünn gehalten. Nicht übermäßig dünn aber schon wesentlich dünner als bei den vorigen Bänden. Das hat seinen Grund sicher darin, dass man das Buch nicht teilen wollte, da man sich ja an der Originalausgabe orientierte. Auch ist das Papier glatter. Beim Umblättern etwas gewöhnungsbedürftig und man muss halt aufpassen, dass man nicht versehentlich eine Seite einreißt.
Das erste Mal gibt es in diesem Band ein Vorwort, das grob erklärt, was in den letzten Bänden passiert ist. Das fand ich sehr schön, da ich ja nun doch schon etwas raus war.
Was mir weniger gut gefällt, waren die Schreibweisen der Namen, die mit "sh" beginnen. "Shienar" wurde zu "Schienar" und anfangs las man sogar "Schayol Ghul" statt "Shayol Ghul" und auch die "Schufa" der Aiel wurde in den vorigen Bänden anders geschrieben. Solche Änderungen nerven mich extrem. Zumal es nur im Text verändert wurde - in der Karte hinten im Buch nicht. Warum macht man sowas? Und wenn man sich dafür entscheidet, dann sollte das wohl schon im ersten Band so sein und nicht erst im vierten! Hat sich der Übersetzer nicht entscheiden können? Man orientiert sich doch an den Vorgänger-Bänden? Haja, das habe ich nicht verstanden, es hat mich genervt und ich hab mich nur schwer dran gewöhnen können. Ich hoffe, das ist im nächsten Band anders.
Das erste Kapitel ist schon ziemlich actionreich. Es passiert zwar nicht so viel, was das Fortschreiten der Story angeht, aber es ist trotzdem spannend.
Was mir ein wenig die Alarmglocken im Kopf schrillen lässt, ist die Tatsache, dass sowohl Mat als auch Perrin nach den Angriffen Rand in Verdacht haben. Sie misstrauen ihrem Freund und ich frage mich mittlerweile ernsthaft, wo das hinführen soll. Auch wollen beide von ihm weglaufen, anstatt ihn zu unterstützen. Einem Freund steht man doch zur Seite?
Rand selbst wird immer verschlossener anderen gegenüber und macht, meiner Meinung nach, viel zu viel mit sich selber ab, anstatt sich seinen Freunden anzuvertrauen, die ihn dadurch ja besser verstehen würden. Er ging mir stellenweise auf den Keks - obwohl ich denke, dass das beabsichtigt ist. Aber ich war wieder mal ein wenig genervt von der mangelnden Kommunikation zwischen den Freunden.
Faile ging mir zunehmend mit ihrem Getue auf die Nerven. In diesem Band aber so richtig. Während ich vorher immer nicht so genau wusste, was ich von ihr halten soll, weiß ich nun, dass ich sie nicht mag - auch wenn ich mich für Perrin natürlich freue, dass er sie gefunden hat. Aber ihr kindisches Getue und ihr beleidigtes Gehabe gingen mir wirklich extrem auf die Eier. Manchmal wollte ich sie schütteln und hauen.
Ich finde es schön, dass diesmal ein wenig Romantik mit in die Geschichte eingeflochten wurde. Das lockert alles ein wenig auf und zeigt, dass die Freunde erwachsen werden und halt keine Kinder mehr sind.
Meine Sympathie für Egwene ist in diesem Band ein wenig abgeflaut. Ich finde, sie sollte einige Dinge humorvoller nehmen und nicht so verbissen ernst bleiben wollen. Auch finde ich, sollte sie sich mehr in die Jungs hineinversetzen - immerhin sind diese auch nur Menschen.
Während meine Sympathie für Egwene einen Dämpfer bekommen hat, ist sie für Nynaeve aber extrem gestiegen. Ich mag sie mittlerweile echt gerne. Sie ist eine starke Frau mit Fehlern und Schwächen aber sie weiß, was sie will und weiß es auch, ihre Schwächen zu Stärken umzuwandeln.
Etwas farblos fand ich hingegen Elayne, auch wenn man mehr über sie erfährt, da einige Passagen im Buch aus ihrer Sicht geschrieben wurde. Trotzdem bleibt sie eher blass.
Perrins Wolfsfähigkeit wird im Laufe des Buches übrigens auch wieder aufgegriffen. Das finde ich sehr gut, weil die letzte Zeit davon kaum noch die Rede war. Etwas nervig finde ich jedoch, dass Perrin darüber immer noch nicht reden möchte. Er schleppt das jetzt so lange mit sich herum und sollte es endlich mal annehmen und akzeptieren. Was mit Elyas Machera geschah, erfuhr man übrigens wieder nicht.
Ich weiß außerdem immer noch nicht, was ich von Verin halten soll. Sie ist wirklich ein Charakter, dem man vertrauen will, aber so oft, wie sie Warnungen vor den Schwarzen Ajah oder Personen ausspricht, frage ich mich immer wieder, ob sie nicht vielleicht zu diesen Leuten selbst gehört und man ihr lieber nicht trauen sollte...
Apropos Schwarze Ajah: Es war sehr spannend zu lesen, was die Schwarzen Schwestern so beschäftigt und umtreibt. Generell finde ich es einfach immer wieder genial, wie Robert Jordan so ziemlich jede Gruppe, um die es geht, beleuchtet. Während Liandrin die Fassung verlor, hat es Robert Jordan einfach geschafft, die Bitch irgendwie sympathisch wirken zu lassen. Famos! 👍
Gegen Ende des Bandes ist es in jedem Erzählstrang extrem spannend - nur bei Perrin, wo vorher ja schon eine Menge passiert ist, flaut es ein wenig ab. Aber so eine Dauerspannung beim Lesen ist auch nicht soooo gut. Dann kann man ja wirklich nicht mehr aufhören. Trotzdem ist es ein wenig fies, weil man gerade gegen Ende am liebsten nur noch an den spannenden Stellen lesen möchte.
Am Ende schießt ein Aiel namens Couladin den Vogel ab, Nynaeve wächst über sich selbst hinaus und Rand übersteht einen wichtigen Kampf und beweist eine Cleverness, die mich grinsen ließ.

Mein Fazit:
Spannende Fortsetzung mit teilweise schockierenden Ereignissen und Veränderungen und Charakteren, die über sich hinauswachsen.

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