Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...
Achtung Spoilergefahr!
Es ist mir wichtig, über die Bücher zu schreiben, während ich sie lese. Deswegen kann es vorkommen, dass Spoiler auch in meinen Postings enthalten sind.
Deshalb sei hiermit gesagt:
Jedem ist selber überlassen, ob er oder sie diesen Blog liest! Lesen auf eigene Gefahr.

Es sei denn, du liebst Spoiler. Dann ist diese Warnung für dich nicht von Belang. ;-)

Montag, 3. Oktober 2016

[Rezension] Joanne K. Rowling: »Harry Potter and the Order of the Phoenix«

Buchreihe: Band 5 der Reihe "Harry Potter"
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2004
Genre: Krimi und Thriller
ISBN: 0-7475-7072-8
Preis: £ 7.99
Seiten: 956
Verlag: Bloomsbury
Gelesen von: 02.09. - 03.10.2016


Bewertung:
Harry Potter is due to start his fifth year at Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry. His best friends Ron and Hermione have been very secretive all summer and he is desperate to get back to school and find out what has been going on. However, what Harry discovers is far more devastating than he could ever expected...
Gleich den nächsten Band hinterhergelesen, merke ich tatsächlich eine Verbesserung meines Englischs. Zwar nur minimal, aber ich kann anderen Leuten helfen, wenn ihnen die Vokabeln ausgehen, wenn sie Englisch sprechen müssen. Sonst saß ich meist da und stotterte selber herum, aber nun kann ich ab und an aushelfen. Das ist ein schönes Gefühl. Nach diesem Band werde ich nun aber wieder ein wenig Pause machen. Ich sehne mich nach deutschen Texten.

Die Seiten des Buches hier sind dicker als beim vorigen Band. Man hat keine Angst mehr, versehentlich Seiten auszureißen. Das Format ist gleich geblieben. Ein Grund, warum ich nach den letzten Bänden dieser Ausgabe so hinterherjagte.
Das Buch ist sehr dick; es erinnert an ein Brikett oder einen Ziegelstein. Für das Format ist es eigentlich zu dick. Ich hatte Angst, dass es schwer wird, es aufzuschlagen, da die Bindung doch ziemlich stramm ist - aber es ging viel, viel leichter als erwartet. Sogar noch viel besser als im vorigen Band.
Allerdings hat sich am Buchrücken das oberste Papier gelöst während ich das Buch las. Das ist weniger schön und zeugt nach wie vor von keiner guten Bindequalität; sowas sollte eigentlich gar nicht passieren.

Mir gefällt sehr gut, dass Harry nicht mehr so zurückhaltend und schüchtern ist, wie in den Bänden davor. Er ist in diesem Band rebellischer, energischer, aggressiver und allgemein lauter. Das hat mich zwar damals, beim ersten Durchlesen, extrem genervt aber diesmal finde ich das sehr gut. Es erinnert mich ein wenig an mich selbst. Bedenkt man außerdem Harrys Alter ist das auch noch plausibel.
Es hat mich diesmal auch genauso wütend wie Harry selbst werden lassen, dass man ihn anfangs so außen vor ließ und ihn nicht einweihte. Es waren nur Andeutungen da, mit denen man sich zufriedenstellen musste. Ich hasse Andeutungen. Und jemand, der im Ligusterweg eingesperrt war, natürlich auch. Ja, Dumbledore gab dies am Ende zu, dass er einen Fehler gemacht hat. Aber ich fand's trotzdem ärgerlich zu lesen. Das ist auch etwas, was zu meinem letzten Durchlesen von vor über 10 Jahren anders ist: ich habe mich mit Harry zusammen aufgeregt. Ich konnte ihn viel besser verstehen. Diese Änderung meiner Sicht war echt beeindruckend und faszinierend zugleich. Und auch wenn es mich ärgerte, war es doch gut geschrieben. So gut, dass man Harrys Frustration wirklich fast greifen konnte.
Ebenso aufgeregt und frustriert hat mich die Tatsache, was der Tagesprophet über Harry und Dumbledore schrieb und dass Fudge und so viele andere einfach nicht glauben wollten, dass Voldemort zurückgekehrt war. Sie wollten einen Beweis. Kann ich auch verstehen, bis zu einem gewissen Grad. Aber sollte man so einem Hohen Tier, wie Dumbledore es ist, nicht Glauben schenken, wenn es um so etwas Wichtiges geht? Nein, Voldemort muss erst so auftauchen, dass Fudge ihn wirklich mit eigenen Augen sieht.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich wieder einmal fragte, warum keiner rechtlich gegen die Verleumdungen und Beleidigungen des Tagespropheten vorging...
Generell ist dieser Band sehr düster und grau. Während man die ersten Bände vielleicht noch aufgrund der hellen Sicht auf die Welt las, weil es aufmunternd war und man dem eigenen düsteren Alltag schön entfliehen konnte, wird die Geschichte seit dem letzten Band, seit Voldemorts Auferstehung und Cedrics Tod, nur noch finsterer und mir graut ein wenig davor, weiterzulesen, weil ich weiß, dass es noch schlimmer werden wird.
Dieser Band strahlt eine Hoffnungslosigkeit aus, dass man manchmal am liebsten schreien möchte. Harry hat kaum einen Lichtblick in Hogwarts; er bekommt einen Schlag nach dem anderen ins Gesicht. Es ist kein Wunder, dass er oft so wütend und dünnhäutig ist. Ich wäre auch durchgedreht.
Das ist übrigens ein Punkt, der diesen Band prägt: Harrys immer wieder hochkochende Wut, die, wie er denkt, total unbegründet ist. Dabei ist es total plausibel, wenn man sich die Situation in Hogwarts mal anschaut. Diese Ungerechtigkeit und Kontrolle, die Umbridge über Hogwarts bringt während Voldemort irgendwo dunkle Pläne schmiedet... Gut, Harrys Dünnhäutigkeit hat auch einen anderen Grund, aber bedenkt man diese ganzen Punkte, ist es absolut verständlich, dass er wütend wird und ausrastet.
Meine Frage, warum Harry die Thestrale am Ende des letzten Bandes nicht sehen konnte, erst am Anfang diesen Bandes, obwohl er im letzten Band Zeuge von Cedrics Tod wurde, wurde leider auch in diesem Band, in welchem die Thestrale thematisiert wurden, nicht erklärt. Und ich bezweifle, dass es in den nächsten Bänden erklärt wird. Ich habe deswegen mal Joanne K. Rowling auf Twitter angeschrieben und einfach mal nachgefragt. Vielleicht kann sie mir die Frage beantworten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie hier einen Fehler begangen hat, der sämtliche Lektor-Prüfungen überlebt hat.
Die Atmosphäre im Hauptquartier des Ordens war nach Naginis Angriff total aufgeladen vor Anspannung. Das war wirklich genial geschrieben - trotzdem man den ganzen Band hindurch das Gefühl hat, es würde alles den Bach runtergehen.
Wirklich toll getimt ist Hagrids Rückkehr. Kurz vorher herrscht totale Niedgerschlagenheit aufgrund des von Umbridge ausgesprochenen Quidditch-Verbotes und Rons Versagen... und dann wird beschrieben wie Hermine nach draußen guckt und den Rauch aus dem Schornstein in Hagrids Hütte aufsteigen sieht und plötzlich sagt sie: "Hagrid's back." Und Cut - das Kapitel endet. Das ist so genial gelöst. Nach all der Niedergeschlagenheit plötzlich so ein Leuchten in der Dunkelheit.
Leider macht Umbridge dieses Leuchten dann im nächsten Kapitel wieder zunichte. Wie so oft in diesem Band.
Als Harry Sirius von seinen Ängsten bezüglich seiner Visionen erzählt, tut Sirius das einfach damit ab, Harry würde unter Schock stehen. Einer der Fehler, die die Erwachsenen in diesem Band machen. Harry wird nicht eingeweiht und außen vor gelassen. Sirius hätte lieber ernsthaft mit Harry über seine Visionen reden sollen. Dann wäre viel weniger schief gelaufen, denke ich.
Cho ging mir zunehmend auf den Keks mit ihrer unsicheren Art und der fehlenden Direktheit. Harrys Unbeholfenheit bei Cho ging mir allerdings auch auf den Senkel. Da musste ich echt ein paar Mal fast schreien, dass Harry doch endlich mal sein Hirn einschalten solle. Er kapierte die offensichtlichen Dinge nicht und das hat mich ziemlich genervt. Ich mein, ihm sollte doch klar sein, warum Cho mit ihm über Cedric reden will, oder nicht? Warum ist er so unfähig, sich in Cho hineinzuversetzen? Warum kapiert nur Hermine, was mit ihr los ist?!
Ich hab Cho verstanden, aber diese krampfhafte Suche nach einer Verbindung zu Cedric hat mich trotzdem tierisch angekotzt. Und wenn Harry etwas missverstand, war sie einfach mal zutiefst gekränkt, anstatt ihm zu erklären, was los ist. Die Kommunikation zwischen den beiden ist wirklich grottig und das hat mich wirklich ganz schön auf die Palme gebracht. Ich wollte beiden eine Ohrfeige geben, damit sie aufwachen.
Und dann war da die Sache mit dem Okklumentik-Unterricht mit Snape... Eigentlich war es offensichtlich, dass das schiefgehen würde. Ich finde, Dumbledore hätte das erkennen müssen. Okay, er gibt dies am Ende auch zu - selbst Albus Dumbledore ist halt nicht unfehlbar.
Aber die ganze Zeit, als Harry mit Snape diesen Unterricht hatte, hat Harry das Ganze überhaupt nicht ernst genommen und sich nur persönlich angegriffen gefühlt. Und das obwohl Snape nicht mal was Fürchterliches getan hat. Gut, ja, er hat ihn ein wenig provoziert. Aber eigentlich viel weniger als sonst. Meistens hat er die Wahrheit gesagt.
Dumbledore hatte Harry ausdrücklich gebeten, Okklumentik zu lernen, bevor er verschwand. Wenn Dumbledore so etwas so ausdrücklich sagt, dann sollte man meinen, dass das einen Grund hat, oder? Aber Harry hat Dumbledores Bitte alles andere als ernst genommen und letzten Endes ist er auch noch so sehr in Snapes traumatische Privatsphäre vorgedrungen, dass dieser ihn - verständlicherweise - aus seinem Büro warf und den Unterricht beendete.
Auf die ganze Okklumentik-Sache hat Harry so dermaßen dumm reagiert, dass ich anfing, mich über ihn zu ärgern. Auch ärgerte es mich, dass anscheinend nur Hermine den Durchblick hatte. Sie war es, die sofort wusste, was in Chos Hirn vor sich ging und sie war es auch, die in Betracht zog, dass es sich um Harrys letzte Vision um eine Falle Voldemorts handeln könnte...
So oft hatte sie sofort den Durchblick über etwas total Offensichtliches, dass ich mich teilweise echt gefragt habe, warum Harry und Ron so dumm sind, dies nicht selbst gesehen zu haben.
Positiv berührt hat mich die Solidarität der Lehrer gegenüber Dumbledore als Umbridge immer mehr Macht bekam und schließlich Schulleiterin wurde. Es wurde sogar Fred und Geogres chaotischer Abgang dafür genutzt, Umbridge hin- und herflitzen zu lassen und sie zu veralbern. Das ganze Chaos wurde total Filch und Umbridge überlassen - während die anderen Lehrer nichts taten, obwohl sie es gekonnt hätten. Fand ich wahnsinnig gut. Sie konnten selber ja nicht viel gegen Umbridge ausrichten, aber mit diesem Zusammenhalt des Lehrerkollegiums konnten sie doch zumindest etwas tun und eine Art Mauer bilden. (vgl. S. 697, S. 744)
Besonders genossen habe ich die gesamten Szenen mit Umbridge und McGonagall. Ich fand's total klasse, wie McGonagall doch immer wieder aus der Haut fuhr, um Umbridge die nackte Wahrheit an den Kopf zu knallen. Sie ist echt toll und ich mag sie mittlerweile richtig gerne.
Der Abgang der Weasley-Zwillinge war echt megagenial und ich liebe ihn immer noch. Nicht nur, wegen dem, was sie Umbridge an den Kopf knallten, sondern auch, weil endlich jemand den Mut hatte, zu rebellieren und aufzubegehren. Mal ganz davon abgesehen, dass ich Fred und George wirklich gut verstehen konnte. Wer will unter den Bedingungen noch in der Schule bleiben?
Nach Sirius Tod findet Harry dann endlich den Spiegel, den Sirius ihm gab, falls Harry mit ihm reden wollte. Ich frage mich echt, was das überhaupt sollte. Harry hat Sirius' Päckchen völlig vergessen gehabt, obwohl er in der Situation war, Sirius dringend sprechen zu müssen. Warum hat er sich in dem Moment nicht an das Päckchen erinnert? Warum hat er es völlig vergessen? Er hätte gar nicht in Umbridges Büro einbrechen müssen und wäre Kreacher somit nicht begegnet. Welchen Sinn hatte dieser bekloppte Spiegel, außer Harry am Ende kurz Hoffnung zu geben, die ihm aber sogleich wieder dramatisch entzogen wurde?! Unnötige Qual. Völlig bescheuert. Genau wie Sirius' völlig sinnloser und nichts zur Story beitragender Tod.
Endlich hatte Harry so etwas wie einen Vater und Rowling hat ihm auch diesen wieder auf  brutalste Weise weggenommen. Warum konnte sie keine Lösung finden, dem Ministerium Sirius' Unschuld zu beweisen, damit er voll für Harry da sein kann? Warum musste man Harry diesen Halt auch wieder wegnehmen?
Ja, die zwei Dinge, der Spiegel und Sirius' Tod, haben mich echt sauer werden lassen.
Trotzdem hat mich dieser Band extrem gefesselt. Es war spannend und teilweise konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Noch dazu war es faszinierend für mich, das Buch mit diesem veränderten Blick und dem neu gewonnenen Verständnis für Harry, neu zu entdecken.

Mein Fazit:
Düstere, hoffnungslose und finstere Fortsetzung mit einem rebellischen Harry, die trotz der Ärgernisse fesselt und schon Lust auf mehr macht, wenngleich man Angst vor dem nächsten Band bekommt.

Kommentare:

  1. Hi Yuri^^

    Freut mich, dass es bei dir mittlerweile bei der Aussprache besser geworden ist. Ich bin immer noch auf der Seite der Stotterer und sobald ich das Gefühl habe, ich rede weird auf englisch, rede ich wirklich weird @_@
    Aber gut, das wird noch XD

    Das mit Cho fand ich auch ziemlich nervig, vor allem, da sie einfach nicht den Mund aufbekommen hat. Dabei macht es das viel einfacher!
    Wobei mir die Schwärmereien zwischen den beiden heute eher aus den Fingern gesogen kommt, damit das Buch noch mehr Drama hat O_o

    Ich glaub, hier fehlt ein Wort?
    >Ich wäre auch am durchgedreht.

    Aber gut, das passiert mir auch ständig ;-)
    Hab auch mal irgendwann in nem Post nen halben Satz vergessen bzw zweimal XD

    Ja, den Zusammenhalt der Lehrer untereinander oder auch zu den Schülern fand ich in dem Band klasse. Seitdem habe ich sehr viel Respekt vor McGonagall, vorher fand ich sie einfach nur streng.
    Und Umbridge - die Frau ist einfach nur ein schreckliches, nerviges, rassistisches Monster.
    Allein wenn ich ihr Husten lesen musste ... Argh >_>

    Stimmt, das mit dem Spiegel war vollkommen bescheuert. Mein Autoren-Ich sagte mir in dem Moment: Also ich hätte ihn ja den Spiegel benutzen lassen ...

    Freu mich schon darauf, die zwei Rezis zu den letzten beiden Büchern zu lesen. Wirst du das neueste "Buch" auch noch lesen?

    Lg,
    Kira

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hej Kira XD

      Ich bekam gerade eine Mail, dass ein neuer Kommentar eingetroffen ist und dachte nur: "Das kann doch nur die Kira gewesen sein..." XD
      Keine Ahnung, wie meine Aussprache ist. Ich stottere beim Sprechen immer noch sehr. Aber das "Nach-Vokabeln-Suchen"-Problem ist ein bisschen besser geworden. XD
      Meine Aussprache habe ich eigentlich immer für mittel-gut gehalten.

      Richtig, Cho hat den Mund nicht aufgekriegt - Harry aber auf der anderen Seite genauso wenig. Oo Kein Wunder, dass sie dann nicht weitergekommen sind...

      > Ich glaub, hier fehlt ein Wort?
      Nee, da ist eines zu viel. XD Danke, ich geh das mal korrigieren. :) Ich hab den Satz mehrmals umgeschrieben und wollte erst "am Durchdrehen" schreiben. Da ist wohl das "am" einfach übriggeblieben. XD

      Richtig, das geht mir genauso mit McGonagall. Ich finde, sie hat sehr Charakter bewiesen in diesem Band. :)

      "Hem, hem..."
      ARGHHHHHRRRRRRR! Ich gebe dir Recht!!!

      Ja, entweder, Harry hätte den Spiegel benutzt - oder man hätte den Spiegel auch komplett weglassen können!
      Eines von beiden. Aber nicht dieser Mist da!

      Die letzten beiden Bücher werden aber noch auf sich warten lassen. XD Aber nächstes Jahr plane ich wieder Harry Potter ein.
      Bei dem neuen Buch bin ich hin und her gerissen. Ich bin mega neugierig aber auch total skeptisch. Ich denke, ich warte, bis es auf Deutsch erscheint und lese es dann... Mal gucken. :)
      Aber ich denke schon. Meist siegt ja meine Neugierde. :D

      LG
      Yuri

      Löschen

Vielen Dank, dass du meinen Eintrag gelesen hast und ihn nun kommentieren möchtest!
Bitte beachte, dass ich Spam und Beleidigungen ohne Vorwarnung löschen werde. Überlege dir daher gut, was du schreibst und auch wie. Auch geschriebene Texte haben einen "Tonfall".
Konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge sind jedoch immer gern gesehen.