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Es sei denn, du liebst Spoiler. Dann ist diese Warnung für dich nicht von Belang. ;-)

Mittwoch, 8. April 2015

[Rezension] Lewis Carroll: »Alice im Wunderland«

Buchreihe: -
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2010
Genre: Kinderbuch
ISBN: 978-3-458-35315-7
Preis: 7,00€
Seiten: 132
Verlag: Insel Verlag
Gelesen von: 26.01. - 30.01.2015


Bewertung:
Mit einem sprechenden weißen Kaninchen fängt alles an ... Generationen von Lesern sind mit Alice und ihren Abenteuern im Wunderland herangewachsen; kein anderes Kinderbuch avancierte wie dieses zum Klassiker. Erschienen 1865, wurde es noch zu Lebzeiten des Autors zu einem ungeheuren Erfolg. Es ist bis heute eines der meistzitierten Werke der Weltliteratur. Die Geschichte wurde mehrfach verfilmt - zuletzt von Tim Burton, mit Johnny Depp, Anne Hathaway und Helena Bonham-Carter.

Ein ziemlich witziges und schräges Buch, welches mich gut unterhalten hat. Leider war mir schon Vieles vorher bekannt und das Wenige, was für mich neu war, nicht überraschend.
Mit Alice selbst konnte ich mich jedoch nicht so gut identifizieren. Weder mochte ich sie noch mochte ich sie nicht. Der Hutmacher, der mir in jeder anderen Interpretation gefiel, gefiel mir hier leider gar nicht ... Er hat sich so oft wiederholt, dass ich fast aggressiv wurde.
Dafür gefiel mir jedoch das ganze Drumherum. Und aufgrund der tollen und einfachen Beschreibungen konnte ich mir jede Umgebung wirklich sehr gut vorstellen. Auch die verschiedenen Gedichte im Buch sind sehr liebenswert und witzig in die Geschichte eingebaut. Eines, auf Seite 36, erinnert vom Aussehen an einen Mäuseschwanz - was amüsant ist, da es um eine Maus geht.

An einer Stelle im Buch wird Bezug auf Bilder genommen, die angehängt sein sollen. Leider fehlen diese jedoch in meiner Ausgabe, was ich sehr, sehr schade finde.
Außerdem gibt es zwei "Dinge" in der Geschichte, die ich sogar bis zum jetzigen Tage nicht verstanden habe.
  1. Auf Seite 45 tritt Alice Egon einfach aus dem Kamin heraus. Aber warum? Das macht Alice für mich nicht sympathischer, da sie völlig grundlos zu Gewalt greift. Warum? Egon hatte doch sogar ein Seil dabei. Er hätte also zu ihr klettern, die Situation auskundschaften - ggf. Alice nach dem Grund ihrer Situation fragen - und dann wieder zurück klettern können ... oder nicht?
  2. Auf Seite 92 wird die Herzogin geholt, um sie zur Edamer Katze zu befragen, weil sie die Besitzerin der Katze ist. Eigentlich ist die Herzogin jedoch im Gefängnis, da sie hingerichtet werden soll. Deswegen wurde sie ja extra geholt. Jedoch war die Katze bereits verschwunden, als der Scharfrichter mit der Herzogin zurückkehrte ... Im nächsten Kapitel ist die Herzogin aber auf einmal wieder frei und unterhält sich mit Alice. Und genau das verstehe ich nicht. Man hätte eine zum Tode verurteilte Person doch wieder ins Gefängnis zurückbringen müssen. Das hat mich sehr verwirrt aber ich schließe auch nicht aus, dass ich da etwas nicht kapiert habe. Dennoch... Allein, dass ich davon verwirrt war, weist darauf hin, dass die Stelle scheinbar nicht klar genug niedergeschrieben wurde.
Das Cover finde ich wiederum sehr schön. Alice' Beine mit den geringelten Strümpfen und ihren typischen Schuhen auf hellblauem Grund. Ihre Beine sind verschränkt und weisen darauf hin, dass Alice sitzt. Der hellblaue Hintergrund ist nicht durchgängig blau und weist leichte Irritationen auf. Eventuell der Bach an dessen Ufer Alice sitzt, einschläft und und sich ins Wunderland träumt? ;-)
Bestimmt nicht die einzige Erklärung der Cover-Gestaltung aber die für mich am passendsten.
Kein aufwändiges Cover aber eines, das sich sofort einprägt. Auch gefiel es mir von allen am besten, weswegen ich mich für diese Ausgabe letztlich entschied.

Was ich nicht so ganz nachvollziehen kann, ist der "Hype", der um dieses Buch gemacht wurde.
Die Geschichte um Alice ist meiner Meinung nach nur halb so faszinierend, wie sie in so vielen Umsetzungen dargestellt wurde. Klar ist es ein lesenswerter Klassiker. Doch die existierende Begeisterung kann ich hier nicht nachvollziehen. Und das finde ich halt ein bisschen schade, da ich mir mehr von diesem Buch versprochen hatte.

Fazit:
Sehr unterhaltsame, kurze Lektüre, die jedoch Schwächen aufweist.

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