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Achtung Spoilergefahr!
Es ist mir wichtig, über die Bücher zu schreiben, während ich sie lese. Deswegen kann es vorkommen, dass Spoiler auch in meinen Postings enthalten sind.
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Es sei denn, du liebst Spoiler. Dann ist diese Warnung für dich nicht von Belang. ;-)

Dienstag, 8. Oktober 2013

[Rezension] Wilfried Eggers: »Die Tote, der Bauer, sein Anwalt und andere«

Buchreihe: -
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2000
Genre: Krimi
ISBN: 3-89425-233-2
Preis: 18,80DM / Julklappgewinn
Seiten: 349
Verlag: Grafit
Gelesen von: 24.07. - 30.09.2013

Bewertung:
Aus dem neuen Stall drang ein kehliges Grölen: »Es gibt kein Bier auf Hawaii, es gibt kein Bier...« Kühe schepperten mit dem Gestänge des Fressgitters und die Melkmaschine brummte wie eine Riesenhummel.
Ihre Kehle...
»Drum fahrn wir nicht nach Hawaii, drum bleim wir hier...«, grölte es.
»Wunderbar!«, sagte Doktor Dewald.
»Wie bitte?«, krächzte der bleiche Polizist, der hinten aus der Milchkammer herstürmte, bremste und halb abgewandt stehenblieb.
»Der Schnitt«, sagte der Arzt und sah kurz von der Toten auf.
»Sehen Sie sich ihn an, hier - er ist wunderbar. Exakt wie im OP.« Seine Augen leuchteten. »Keine Fransen. Ein Strich. Besser kann man es nicht machen.«

*

Mann tötet Frau - der »Bauernkrimi« handelt von einem »ganz normalen« Fall mit einem nicht ganz so normalen Ende. Er erzählt von dem Leben auf dem Land, den angeblich Normalen und den herrlich Verrückten, die es überall gibt. Und es vermittelt einen Einblick ins Intimleben der blinden Justitia...

Selten habe ich ein seltsameres Buch gelesen.
Es geht um das Leben auf dem Land und um einen plötzlichen Mord in einer Bauersfamilie. Der offensichtliche Mörder wird festgenommen und dann passiert erst mal seitenlang gar nix.
Man lernt einzelne Charaktere und ihre Gedanken kennen. Ihre Gedanken und Probleme. Was im Prinzip nicht wirklich mit dem eigentlichen Fall zu tun hat. Denn dieser ist ja abgeschlossen! Das alles könnte man als »Geschwafel« zusammenfassen.
Dann werden endlich irgendwann die Gerichtsverhandlungen aufgenommen und es geht mit der Story voran.
Zwischendurch immer mal wieder Geschwafel... der Anwalt, der lieber lesen möchte, als arbeiten... Die Frau vom Polizisten, die sich scheiden lassen möchte... Unnötiges Zeugs, was mit der Geschichte nix zu tun hat. Geschwafel.
Und dann zwischendrin auch so Abschweifungen in die Vergangenheit. Das machte das Ganze zunehmend noch anstrengender. Die etlichen Schachtelsätze und abgeänderten Redewendungen machten das Ganze auch nicht angenehmer - eher noch zusätzlich verwirrend.
Noch dazu gab es keine Übersetzungshilfe, wenn Plattdeutsch gesprochen wurde. So etwas hätte ich mir gewünscht, da ich nicht jeden Satz verstanden habe. Zwar habe ich vieles aus dem Zusammenhang verstanden... Aber wie wird es Leuten gehen, die gar nix verstehen? Außen auf dem Buch steht auch nirgends drauf: »Achtung, beinhaltet plattdeutsche Sätze.«
Nein, ich konnte dem Buch nichts abgewinnen. Es war superanstrengend für mich und abends im Bett konnte ich mich überhaupt nicht auf die merkwürdigen Sätze in dem Buch einlassen.
Zumal ich das Ende auch noch frustrierend fand. Es wird wie versucht, hinter den Tathergang zu kommen, aber am Ende weiß doch nur das, was offensichtlich schon seit der Festnahme des vermeintlichen Mörders feststeht: Der »Mörder« sitz unschuldig im Gefängnis, will das so und verliert auch kein Wort über den Tathergang.
Da quält man sich durch über 300 Seiten und dann endet das Buch so frustrierend... Wozu dann der ganze Text dazwischen?
Unnötig, sinnlos, frustrierend. Ich kann nicht dazu raten, dieses Buch zu lesen. Verschwendete Energie in etwas, das man versucht zu verstehen und am Ende eh nicht verstehen kann, da nichts aufgeklärt wird.
Zwar hat es mich am Ende dann doch gepackt - aber das war so wenig, dass es nicht mal für eine zweite goldene Feder reicht.



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