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Achtung Spoilergefahr!
Es ist mir wichtig, über die Bücher zu schreiben, während ich sie lese. Deswegen kann es vorkommen, dass Spoiler auch in meinen Postings enthalten sind.
Deshalb sei hiermit gesagt:
Jedem ist selber überlassen, ob er oder sie diesen Blog liest! Lesen auf eigene Gefahr.

Es sei denn, du liebst Spoiler. Dann ist diese Warnung für dich nicht von Belang. ;-)

Montag, 7. August 2017

Flexilight - Die Leselampe für unterwegs

Nachdem ich in meinem Dänemark-Urlaub in der letzten Nacht die Krise bekommen habe, weil ich keine Leselampe mehr hatte und somit im Dunkeln lag und ewig brauchte, um einzuschlafen, fasste ich endlich den Entschluss mir das Flexilight zu kaufen.

Das Flexilight ist ein kleines, flexibles Leselicht, das man ans Cover oder Backcover eines Buches klemmen oder einfach zwischen die Seiten legen kann.
Eine LED mit 8 Lumen hilft an dunklen Orten beim Lesen. Die Lampe ist so flach, dass man sie auch als Lesezeichen nutzen könnte, wenn man wollte.
Zwei Knopfzellen, die im Lieferumfang mit enthalten sind und außerdem auch austauschbar sind, spenden der LED ihre Energie und sollen sehr langlebig sein.
Mit dieser kleinen Leselampe liebäugle ich eigentlich schon seit letztem Jahr. Bisher war ich nur nie in eine Situation gekommen, in der ich mir wirklich dringend ein solches Leselicht herbeigesehnt habe, um lesen zu können. Bis zu dem oben erwähnten Zeitpunkt vor ca. zwei Wochen, wo ich mein "Aaach, brauchste ja eh nicht"-Ich verflucht habe. Das Deckenlicht konnte ich übrigens nicht anknipsen, weil ich sonst meine Mutter geweckt hätte.

Da ich nun bald wieder verreise und mir eine längere Zugfahrt bevorsteht, habe ich nun letzte Woche mein Flexilight bestellt. Die Variante "Blue Words" gefiel mir am besten. Für unter 10€ landete die Lampe im Warenkorb meiner Lieblingsbuchhandlung und heute fischte ich sie endlich freudig aus dem Briefkasten.
Ich war echt gespannt, ob die Lampe für meine Zwecke ausreichen würde. Selber hatte ich nur Positives drüber gelesen aber auf Twitter bekam ich mit, dass man wohl auch schon viel Schlechtes drüber gelesen und gehört hatte.

Der Lampenkörper ist voll flexibel. Man kann ihn drehen, wringen und biegen. So ist eine optimale Position fürs Lesen möglich. Ich bin ein wenig fasziniert, wie biegsam die Lampe ist und konnte erst einmal eine Zeit lang nicht aufhören, die Lampe zu drehen und zu biegen... Ich bin ein Spielkind. *nuschel*
Kurz war ich ein wenig skeptisch, da beim Lesen mit dem Flexilight nicht alles gleich gut ausgeleuchtet wird. Je weiter unten man auf einer Seite liest, desto weniger Licht ist vorhanden - aber es reicht bei meinem aktuellen Buch trotzdem noch total, um lesen zu können.
Für meine Leser habe ich die Lampe natürlich sofort ausprobiert und das Ergebnis fotografiert und ich muss sagen: Ich bin begeistert.
Sogar einigermaßen fest sitzt die Lampe, wenn man sie am Cover festgeklemmt hat. Durch das Gewicht der Seiten wird die Lampe noch mal stabilisiert, sodass sie nicht verrutscht. Wenn man dann, so wie ich, das Buch entweder auf dem Tisch oder den Beinen liegen hat, kann die Lampe erst recht nicht verrutschen.
Nun zieht das Kindle-Argument, dass man ja mit dem auch im Dunkeln lesen kann, bei mir erst recht nicht mehr. :P
Auch für pBook-Fans gibt es eben Möglichkeiten, im Dunkeln lesen zu können und diese kleine, feine und praktische Lampe überzeugt mich total. 😍

Aber seht selbst:


Für das Foto habe ich mich in mein dunkles Hochbett gesetzt, die Gardinen zugezogen und das Licht ausgelassen. Nur mein Flexilight schaltete ich an.
Und was meint ihr? Das ist doch ein echt passables Ergebnis, oder?
Also, für mich reicht es völlig. Ich bin wirklich total zufrieden und werde wohl nie wieder eine solche Situation haben, wie oben beschrieben. Ich werde das Flexilight einfach immer in meiner Buchtasche lassen. 😊

Mittwoch, 5. Juli 2017

Neuzugänge Mai und Juni 2017

Irgendwie hatte ich nicht geschafft, über meine Neuzugänge im Mai und Juni zu berichten. Ich hab das komplett vergessen... D:
Das hole ich hiermit nach. Es sind auch gar nicht so viele Bücher.

Im Mai kamen meine vorbestellten Star-Wars-Bücher an:


Die Vorgeschichte zum Kinofilm »Rouge One« »Der Auslöser« von James Luceno und das Buch zum Film selbst »Rogue One« von Alexander Freed. Ich bin bei beiden Bücher sehr gespannt, wie sie mir gefallen werden. Letztes Jahr noch hatte ich sie mir vorbestellt.

Im Juni musste ich bei »Mondgeflüster in Fella« zugreifen:


Ich war gerade auf Amazon und da wurde mir das Buch auch schon vorgeschlagen. Da war es wohl gerade ganz frisch erschienen. Und weil ich »Windgeflüster in Fella« schon so toll fand, konnte ich wirklich nicht nein sagen und musste sofort zuschlagen. XD
Ich hab es mittlerweile auch schon gelesen. Meine Rezension findet ihr hier. ❤️

Sonntag, 2. Juli 2017

[Rezension] Lara Kessing: »Mondgeflüster in Fella«

Buchreihe: Band 2 der Reihe »Fella«
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2017
Genre: Dystopie
ISBN: 978-1-521-38696-5
Preis: 9,99€
Seiten: 345
Verlag: Lara Kessing, c/o Papyrus Autoren-Club ; hergestellt von Amazon Fulfillment Poland Sp. z o.o., Wroclaw ; Independently published
Gelesen von: 19.06. - 02.07.2017

Bewertung:
Ein schweres Unwetter zerstört große Teile von Fella. Eine Gang mit dem Namen Senk nutzt das entstandene Chaos, um die Macht an sich zu reißen. Da Andra ein Jahr vor dem Unwetter bei den Senk ausgestiegen ist, hat sie es nun besonders schwer. Einige Senk können ihr den Ausstieg nicht verzeihen, allen voran ihr ehemals bester Freund. Aus Freunden werden erbitterte Feinde. Menschen, um die sie früher einen großen Bogen gemacht hätte, werden zu Verbündeten. Andra muss nicht nur herausfinden, wer sie eigentlich ist, sondern auch ihren Platz in dem neuen Fella finden. Sich wieder den Senk anzuschließen wäre der leichtere Weg. Gerät Andra ins Schwanken, als sie unerwartet Gefühle für einen der Senk entwickelt? Sie ist bereit, an ihre Grenzen zu gehen und sich ihren ehemaligen Freunden in den Weg zu stellen, doch ist ihr neues Ich stark genug, sich der Macht der Senk zu widersetzen?

Band 2 ist ein alternativer Einstieg in die Fella-Reihe und ist somit ohne Vorkenntnisse aus Band 1 lesbar. In diesem Band werden dem ersten Band keine Informationen vorweggenommen. Wer Band 1 bereits gelesen hat, kann sich in diesem Teil auf ein Wiedersehen mit Tonso und Kester freuen. Erfahrt mehr über den Enkel, den Morana an die Senk verloren hat, und über den Dieb, der Sorija mit seinem Geheimgang die Flucht ermöglichte. Außerdem gibt es Einblicke in das Leben der Antisenk.
Nach »Windgeflüster in Fella« musste ich natürlich auch »Mondgeflüster in Fella« lesen. Ich war sehr überrascht, da es ein ganz anderer zweiter Band ist, als ich erwartet habe.
Während man im ersten Band mit Sorija das zerstörerische Unwetter und die Übernahme Fellas durch die Senk erlebt hat, erlebt dies auch im zweiten Band, nur mit Andra und ihrer Familie und deren Freunde und Nachbarn.
»Mondgeflüster in Fella« ist ein Alternativeinstieg in die Fella-Reihe, der ein paar kleine, geniale Berührungspunkte zu Sorijas Seite des Geschehens hat, aber nichts darüber verrät.
Während dieser Band tatsächlich düsterer und ernster ist, als der erste Band, hält er schon auf den ersten Seiten ein paar Szenen bereit, die mich laut auflachen ließen.

"Wollt ihr etwas trinken? Ich habe Wasser ... Wasser ... und hier müsste ich noch", er ging in die Küche und kam mit einer Wasserflasche wieder, "Wasser haben."
(S. 27)

Andra war mir sofort sympathisch. Man kann sich gut in sie einfühlen und versteht ihre Beweggründe sofort. Sie ist anders als Sorija, weswegen sie eine weniger tiefgreifende Charakterentwicklung durchmacht als sie. Sie war von Anfang an kein Hasenfuß und hatte schon zu Beginn der Geschichte einen starken Charakter, wenngleich sie wesentlich mehr Fehler in der Vergangenheit gemacht hat als Sorija. Ihre weiße Weste ist also befleckter, als die von Sorija.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie die beiden Mädchen im dritten Band zusammenarbeiten werden. Das könnte interessant werden.
Die Story ist spannend, wie schon im ersten Band. Hätte ich die Zeit gehabt, hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen und vermutlich nur zwei Tage oder weniger gebraucht. Fängt man erst einmal zu lesen an, kann man das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen.
Es gibt einige Überraschungen, die ich so nicht vermutet hätte, obwohl ich den ersten Band schon kannte und der Stil der Autorin mir dadurch nicht unbekannt ist. Dennoch war ich oft überrascht und ein paar Mal zwischendurch auch sehr geschockt, da Andra nicht nur mit der Zerstörung ihrer Welt, sondern auch mit dem Tod konfrontiert wird.
Ein bisschen schade finde ich, dass die Geschichte dann doch so kurz ist. Das Ende ist ziemlich abrupt und ich hätte gerne noch weitergelesen. Da war ich vorhin ein wenig traurig.

"Was kümmert es mich, was früher war? Jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient."
(S. 80)

Wie schon in Band 1 ist der Text in einer serifenlosen Schrift gehalten. Ein etwas größerer Zeilenabstand als normal, begünstigt das schnelle Lesen, auch wenn man müde Augen hat.
Die Qualität des Buches steht der von Band 1 in nichts nach. Die Seiten haben die gleiche Stärke wie bei »Windgeflüster in Fella« und ein Hochglanzcover leuchtet einem erneut geheimnisvoll entgegen. Diesmal allerdings mit größerem Mond, der ganz schön real aussieht.
Das Buch ist im normalen Taschenbuchformat gehalten und dadurch handlicher als der Vorgängerband. Mir gefallen beide Formate sehr und ich kann gar nicht sagen, welches ich besser finde.
Auch hier lässt sich am Anfang der Seiten immer erkennen, welches Buch man gerade liest, was ich wirklich sehr mag.

"Ihr verwöhnter Magen zeigte ihr bereits stündlich einen Vogel, empört über die Tatsache, dass kein Nachschub kam."
(S. 98)

Laras Schreibstil zaubert wie gewohnt ein wunderbares Kopfkino ins Hirn und glänzt mal wieder durch kreative und humorvoll-ironische Formulierungen. Schachtelsätze und viel zu ausführliche Beschreibungen sucht man bei Lara Kessing vergeblich. Action und wörtliche Rede stehen im Vordergrund. Ihr Schreibstil ist einfach, locker und direkt. Für jeden, der von seitenlangen Beschreibungen über Flora und Fauna schnell gelangweilt und abgenervt ist, eine Wohltat. 😉
Wieder frage ich mich, wie die Autorin auf die Namen ihrer Charaktere kommt. Hübsche und ausgefallene Namen, die ich vorher gar nicht kannte. Genial.
Ein wenig vermisst habe ich diesmal eine Karte von Fella. Das hätte die Orientierung für mich einfacher gemacht und wäre echt ein tolles Extra gewesen.

Mein Fazit:
Gelungener, leider etwas kurz geratener, sehr spannender Alternativeinstieg in die Fella-Reihe mit einer überzeugenden Protagonistin und einigen Berührungspunkten zu Sorijas Geschichte. Pageturner!

Montag, 19. Juni 2017

[Rezension] Trudi Canavan: »Die Meisterin«

Buchreihe: Band 3 der Reihe »Die Gilde der schwarzen Magier«
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: September 2006
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-570-30330-6
Preis: 9,95€
Seiten: 700
Verlag: cbt
Gelesen von: 01.06. - 18.06.2017


Bewertung:
Sonea hat viel gelernt, seit sie von der Magiergilde aufgenommen wurde; endlich wird sie als gleichrangig akzeptiert. Doch der Frieden ist trügerisch. Denn Akkarin, der Hohe Lord der Gilde und Soneas Mentor, verbirgt ein fürchterliches Geheimnis: Er praktiziert die verbotene schwarze Magie. Nach wie vor weiß Sonea nicht, was sie von Akkarin zu halten hat.

Als mehrere rituelle Morde in der Stadt Imardin geschehen, die auf die Anwendung von schwarzer Magie schließen lassen, zieht Akkarin Sonea ins Vertrauen: Die Ichani, eine kleine Gruppe überaus mächtiger Magier aus dem benachbarten Sachaka planen, Kyralia zu erobern und seine Bewohner zu versklaven. Sonea bietet Akkarin ihre Hilfe an - und wird vom Hohen Lord in die schwarze Magie eingeführt.

Doch dann entdeckt die Gilde Akkarins gefährliche Praktiken: Plötzlich finden sich der Hohe Lord und seine Novizin auf der Anklagebank wieder und Sonea steht vor einer schicksalhaften Entscheidung ...
Bis zu einem gewissen Grad hat mir dieser Band echt gut gefallen und ich hatte gedacht, er kommt an den vorigen Band, »Die Novizin«, locker ran.
Wie gewohnt werden alle Perspektiven und Sichtweisen beleuchtet. Alle Erzählstränge haben Spannung zu bieten und enden oftmals zwischendurch mit einem Cliffhanger, was tatsächlich manchmal sehr gemein ist, aber die Spannung natürlich noch weiter schürt.
Es gab Zeiten, da konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, weil die Geschichte mich so gefesselt hat. Dass man Akkarin und seine Geschichte endlich näher kennenlernt, fesselte mich noch weiter ans Buch. Man lernt ihn endlich kennen und mir gefiel das, was ich kennenlernte. Ich begann, ihn wirklich zu mögen, bis er, neben Sonea, mein Lieblingscharakter wurde.
Ich mochte die Vertrautheit zwischen Sonea und Akkarin, die sich langsam bildete. Dieses Bündnis gegen die Ichani.
Doch als die Gilde plötzlich Akkarins Taten aufdeckt, geht alles nur noch den Bach runter. Auf beiden Seiten werden Fehler gemacht. Der größte Fehler war der der Gilde, Akkarin einfach zu verbannen, ohne vorher seiner Geschichte nachgegangen zu sein, um sie auf Echtheit zu prüfen.
Gut, es war von Anfang an klar, dass das eines Tages passieren würde. Aber die Art und Weise, wie das letztlich geschah, ging mir ganz heftig gegen den Strich.
Dennoch faszinierte es mich, wie sich Sonea und Akkarin näher kamen. Wie sie ihren neuen Alltag meisterten und Pläne schmiedeten, um Kyralia zu retten.
Doch am Ende war da so viel Unausgegorenes, was nicht aufgeklärt werden konnte; so viele Fragen, die sich mir stellten, dass ich regelrecht frustriert und wütend bin. Ich hätte mir wirklich ein anderes Ende gewünscht, zumal meine schlimmste Befürchtung auch noch wahr wurde.
Ein Ende, das nicht so viel Ungelöstes beinhaltet und den Leser nicht so unbefriedigt und traurig zurücklässt. Aber die Autorin wollte es nicht so...
Als ich das Buch gestern auslas, wollte ich mich einrollen und weinen, aber ich konnte nicht. Kurze Zeit später bin ich dann wirklich wütend geworden.
Es hätte ganz einfach eine andere Lösung genommen werden können, die ein anderes Ende herbeigeführt hätte und den Leser nicht so unzufrieden zurückgelassen hätte. Erwähnt wurde diese Lösung ja sogar, aber letztlich wurde sie dann doch nicht wahrgenommen. Sehr schade.
Eigentlich wollte ich ziemlich bald mit der zweiten Trilogie von Trudi Canavan anfangen, aber momentan hab ich einfach so gar keine Lust drauf.

Mein Fazit:
Tolle und fesselnde Fortsetzung mit Überraschungen aber auch vielen voraussehbaren Wendungen und einer faszinierenden Charakterentwicklung.
Leider frustriert das Ende der Geschichte sehr.

Donnerstag, 1. Juni 2017

[Rezension] Farida Khalaf und Andrea C. Hoffmann: »Das Mädchen, das den IS besiegte«

Buchreihe: -
Einband: Hardcover
Erscheinungsdatum: 2016
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-431-03945-0
Preis: geschenkt bekommen
Seiten: 253
Verlag: Bastei Lübbe
Gelesen am: 01.06.2017

Bewertung:
»Ich habe überlebt, um zu zeigen, dass ich stärker bin als sie.«

Kocho, ein beschauliches Dorf im irakischen Sindschar-Gebirge: Farida hat gerade die vorletzte Klasse der Oberschule beendet und freut sich auf die Sommerferien. Doch dieses Jahr ist alles anders: Im August 2014 überfallen IS-Kämpfer den kleinen Ort. Die Anhänger des Terrorstaates treiben alle Dorfbewohner zusammen, töten die Männer und verschleppen die Frauen. Monatelang wird Farida als Sklavin gehalten - und erlebt dabei Unvorstellbares. Aber eines Tages wagt sie die Flucht, zusammen mit fünf anderen Mädchen, die sie anführt.

Ein einzigartiges Zeitdokument vom Schrecken des "Islamischen Staates". Und eine ergreifende Geschichte, die beweist: Freundschaft, Liebe und der Wille zum Leben sind mächtiger als jede Barbarei.
Wow, wow, einfach wow. Dieses Buch hat mich total beeindruckt.
Anfangs war ich echt skeptisch, ob es mich so berühren würde, als ich begann zu lesen, da Farida ihre Geschichte sehr nüchtern und emotionslos erzählt. Auch fand ich es ungewöhnlich, dass sie sich von Anfang an so gewehrt hat. Und dass die IS-Leute sie die meiste Zeit mit ihrer Freundin zusammenließen, kam mir auch unrealistisch vor. Aber mir ist schnell klar geworden, dass Farida Khalaf eine Heldin ist, wie es nur wenige gibt und der IS sie einfach unterschätzt hat. Ich weiß nicht, ob ich es schaffen würde so zu kämpfen wie sie. Aber ich denke, wäre sie komplett allein gewesen, hätte sie nicht so viel Mut aufbringen können. Freundschaft beflügelt und spendet Kraft und Hoffnung. Und dieses Buch zeigt dem Leser noch einmal wie sehr.
Als ich schließlich den Epilog las, standen mir Tränen in den Augen. Dieser hat mehr Emotionen in sich als der Rest der Geschichte und ich bin einfach total glücklich, dass Farida so viel Glück im Unglück hatte. Denn ja, Glück hatte sie wirklich. Es hätte auch alles viel schlimmer für sie ausgehen können.
Das Buch fesselt von Anfang an sehr. Farida erzählt zunächst, wie sie in ihrem Dorf mit ihrer Familie gelebt hat und diese Lebensumstände finde ich besonders interessant, da das Dinge sind, die ich so einfach noch nicht wusste. Ebenso, was für ein wichtiger Part die Religion in ihrem Leben ist. Sie erklärt sehr viel und das finde ich sehr gut, da man dadurch einen guten Einblick bekommt und sich in ihre Situation sehr gut hineinversetzen kann.
Vieles war mir im Ansatz bekannt. Aber nicht alles und ich fand es wichtig, einmal die andere Seite der Medaille betrachten zu können.
Ich hoffe, Farida geht es gut und sie kann eines Tages wieder glücklich werden und ihren Traum verwirklichen; ich wünsche ihr alles Liebe.

Mein Fazit:
Beeindruckende und fesselnde Geschichte einer jungen und sehr mutigen Frau, die erfolgreich mit ihren Freundinnen dem IS entfliehen konnte.

Mittwoch, 31. Mai 2017

[Rezension] Jojo Moyes: »Ein ganz neues Leben«

Buchreihe: Band 2 der Reihe um Louisa Clark
Einband: Hardcover
Erscheinungsdatum: 2015
Genre: Liebesroman
ISBN: 978-3-8052-5094-8
Preis: 19,95€
Seiten: 523
Verlag: Rowohlt
Gelesen von: 26.05. - 31.05.2017

Bewertung:
»Du hast mich mitten ins Herz getroffen, Clark. Vom ersten Tag an, an dem du mit deinen lächerlichen Klamotten hereingestapft bist. Du hast mein Leben verändert.«

Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen - Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht.
Bis es eines Tages an der Tür klingelt -
und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben.
Endlich erfährt man, wie es mit Lou weitergeht. Wie sie Wills Tod überstanden hat. Was für ein Leben sie lebt.
Ich war so gespannt, wie es ihr mittlerweile geht, sodass die ersten Zeilen, die ich las, mich schockiert haben. Ich habe ja einiges erwartet - aber nicht DAS.
Louisas Trauer und ihre dazugehörige Wut treffen einen schon auf den ersten Seiten wie ein Schlag ins Gesicht. Die Autorin hat diese Trauer so realistisch und authentisch dargestellt, dass ich am liebsten geheult hätte, denn das hatte Will so bestimmt nicht für Lou gewollt.
Aber ich konnte nicht, denn, wie auch schon im ersten Band, ist auch dieser hier voll von urkomischen Dialogen, bei denen ich dann doch wieder laut lachen musste. Ich liebe diesen humorvollen Schreibstil von Jojo Moyes, der den Leser laut loslachen lässt, aber ihn auch genausogut schockieren lässt. Jojo Moyes nimmt kein Blatt vor den Mund. Trotz des Humors ihrer Texte, werden auch ernste Themen angesprochen und nicht geschönt.
Man leidet mit den Protagonisten auch hier wieder mit oder freut sich, wenn sie ein Erfolgserlebnis hatten. Manchmal war ich auch so wütend, dass ich gewissen Personen eine reinhauen wollte. Manchmal atemlos vor Schreck.
Die volle Packung an Emotionen. Jojo Moyes hat es auch hier wieder gekonnt hingekriegt.
Überraschende Wendungen sind nicht rar gesät. Es passiert in dem Buch einiges, dass ich so nie erwartet hätte.
Das Cover ist wunderschön und man weiß natürlich sofort, warum hier Vergissmeinnicht gewählt wurden. Allerdings nervt mich auch hier wieder, dass das Cover nur auf einem Umschlag existiert, da ich das Hardcover besitze. Vom ersten Band besitze ich die Taschenbuchausgabe aus dem Rowohlt-Verlag. Leider gibt es die vom zweiten Band noch nicht.
Das Vorsatzpapier und das Lesebändchen sind im leuchtenden azurblau gehalten. Wunderschön. Passend zu den Vergissmeinnicht.
Eine wunderschöne Fortsetzung, die Lou ihren Weg finden und gehen lässt.
Trotzdem hat mir etwas gefehlt. Das gewisse Etwas, das mich nach »Ein ganzes halbes Jahr« vollkommen baff zurückließ und meine Sicht auf gewisse Dinge bis heute veränderte.
Das fehlt hier im zweiten Band leider komplett.
So ist »Ein ganz neues Leben« eine wunderschöne Fortsetzung und sein Leseerlebnis sicher wert - mehr aber auch leider nicht.

Mein Fazit:
Wunderschöne und liebevolle Fortsetzung von Louisas Geschichte, der aber der Kick aus dem ersten Band leider fehlt.

Samstag, 27. Mai 2017

[Rezension] Diana Gabaldon: »Feuer und Stein«

Buchreihe: Band 1 der »Highland-Saga«
Einband: Paperback
Erscheinungsdatum: 2004
Genre: Historischer Roman
ISBN: 978-3-4442-36105-2
Preis: geschenkt bekommen
Seiten: 798
Verlag: Blanvalet
Gelesen von: 02.05. - 26.05.2017

Bewertung:
Man schreibt das Jahr 1946. Claire Beauchamp Randall, die während des Krieges als Krankenschwester an der Front gearbeitet hat, verbringt die zweiten Flitterwochen mit ihrem Mann Frank in Schottland. Schon bald zieht ein alter magischer Steinkreis in der Nähe ihrer Pension Claire in seinen Bann - eigentlich ganz untypisch für die patente und sehr rational eingestellte junge Frau. Als sie eines Tages nichtsahnend einen der Steine berührt, verliert sie das Bewusstsein - und erwacht mitten im Schlachtgetümmel schottischer Rebellen, im Jahr des Herrn 1743. Zu dieser Zeit ist das Leben in den Highlands geprägt von Rebellion und Verrat, von beginnender Aufklärung und finsterem Aberglauben. Und dank ihres seltsamen Auftretens sowie ihrer beeindruckenden Kenntnisse gerät die unfreiwillige Gesandte aus dem 20. Jahrhundert bald in den Ruf, eine leibhaftige  Hexe zu sein. Glücklicherweise findet sich ein Beschützer für Claire: Jamie Fraser, der aufständische Clanführer, ein prächtiger Bursche mit breiten Schultern, feuerrotem Haar und einer Leidenschaft, vor der Claire nur zu gern kapituliert. Bis sie sich entscheiden muss - zwischen der Zukunft, in die sie gehört, und der Vergangenheit, in der sie lebt ...
Wenn ein Buch den Leser von der ersten Zeile bis zur letzten fesselt, ist es ein gutes Buch und der Autor hat definitiv etwas richtig gemacht.
Dieses Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und ich bin immer noch ein wenig benommen, nachdem ich es letzte Nacht auslas. Es ist definitiv ein gutes Buch. Und das, obwohl die Idee dieser Geschichte nicht mal etwas Besonderes ist. Zeitreise-Geschichten gibt es en masse. Aber die Art und Weise, wie Diana Gabaldon hier Historie mit einem Hauch Fantasy geschafft hat zu verknüpfen, ist etwas Besonderes und hat mich schlicht umgehauen.
Gestört hat mich eigentlich nur (mal wieder) die alte Rechtschreibung, in der das Buch gehalten ist. Da hat man die 21. Auflage von 2004 vorliegen und es ist in alter deutscher Rechtschreibung geschrieben und das nur, weil jemand zu faul war, den erstmals 1995 erschienenen Text zu überarbeiten und in die neue Rechtschreibung zu setzen. Ich werde so etwas nie verstehen und es wird immer meinen Lesefluss stören.
Die Qualität des Buches ist auch nicht unbedingt die beste. Die Bindung ist ein wenig zu eng. Schlägt man das Buch auf, knackt der Buchleim und das Cover ist nach dem ersten Durchlesen schon ein wenig arg in Mitleidenschaft gezogen worden, wie man auf dem Bild oben unschwer erkennen kann. Da, wo meine Finger während des Lesen saßen, haben sich die goldenen Lettern auf dem Buchcover leider abgenutzt und die Ecken der Buchdeckel spalten sich leicht und sind mittlerweile abgerundet und nicht mehr eckig. Wirklich sehr schade. Ich hoffe, die neuen, ungekürzten Ausgaben sind etwas stabiler.
Das Äußere des Buches tut dem Inneren aber keinen Abbruch. Ein paar wenige Stellen wirken etwas abgehackt. Ich nehme an, das sind die Stellen, wo die Übersetzer sich damals entschlossen hatten, den Text einfach zu kürzen. Dafür kann die Autorin jedoch nichts und die eigentliche Geschichte ist dadurch auch nicht wirklich behindert.
Der Schreibstil ist detailliert und enthält Andeutungen, die nicht unbedingt erklären, warum eine Figur etwas tut. Der Leser muss es aus dem Kontext ableiten. (vgl. hierzu Seite 431: »Ich stopfte mir ein Stück Stoff in den Mund.«) Dadurch hält der Text einige Lacher parat. Auf Seite 431 musste ich minutenlang lachen und dachte, ich kriege mich gar nicht mehr ein.
Lacher hält die Geschichte aber auch durch trockene oder freche Kommentare und durch aberwitzige Situationen parat. Claire selbst, aus deren Sicht die Geschichte mit Hilfe eines Ich-Erzählers erzählt wird, hat ein ziemlich loses Mundwerk.
Es ist aber nicht nur alles lustig. Es gibt auch viele Schockmomente und der krasse Unterschied zwischen Jamies und Claires Welt wurde hier ziemlich gut dargestellt. Sowohl die Schönheiten als auch die Grausamkeiten.
Man leidet mit Jamie und Claire immer mit. Manchmal will man nicht aufhören zu lesen und manchmal will man einfach das Buch in eine Ecke knallen und sich die Bettdecke über den Kopf ziehen - aber man kann es nicht.

Mein Fazit:
Ein wahnsinnig fesselndes Buch, das sich nur schwer aus der Hand legen lässt, trotz vieler schockierender Momente. Übrigens besser als die TV-Serie.